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Tarot Cup

Tarot legen

Wie man Tarot legt, von der ersten Frage bis zur letzten aufgedeckten Karte. Dazu die vier Legungen der App und einige bekannte Karten mit ihrer Bedeutung in der Tradition.

Was ist Tarot?

Tarot ist ein Spiel aus 78 Karten mit Bildern. Entstanden ist es im 15. Jahrhundert in Norditalien als Kartenspiel; erst viel später begann man, die Bilder zu deuten. Heute legt man Tarot vor allem, um in Ruhe über eine Frage nachzudenken. Eine Vorhersage ist das nicht, eher ein Gespräch mit Bildern.

Die 22 großen Arkana sind von 0 bis 21 nummeriert, vom Narren bis zur Welt. In der Tradition stehen sie für die großen Themen und Wendepunkte eines Lebens, etwa Aufbruch, Einkehr oder Gleichgewicht. Das Wort Arkana kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Geheimnisse.

Die 56 kleinen Arkana sind in vier Farben geteilt, ähnlich wie ein gewöhnliches Kartenspiel. Jede Farbe hat ein Ass, die Zahlenkarten von Zwei bis Zehn und vier Hofkarten: Bube, Ritter, Königin und König. Die Hofkarten liest man oft als Menschen oder als Haltungen, die man selbst einnehmen kann.

Jede Farbe hat ihr eigenes Feld. Die Stäbe stehen für Tatkraft, Ideen und Schwung, die Kelche für Gefühle, Freundschaft und Liebe. Zu den Schwertern gehören Gedanken, Worte und Entscheidungen, zu den Münzen das Greifbare: Arbeit, Alltag und das, was man mit eigenen Händen aufbaut.

In Tarot Cup siehst du die Kartenbilder von 1909. Sie sind gemeinfrei und gehören zu den bekanntesten Tarotbildern überhaupt; viele spätere Decks haben ihre Motive aufgegriffen.

Aufrecht und umgekehrt: Was bedeutet eine umgekehrte Karte?

Eine Karte kann aufrecht liegen oder auf dem Kopf stehen; dann heißt sie umgekehrt. In vielen heutigen Lesarten ist eine umgekehrte Karte kein schlechtes Zeichen. Sie erzählt vom selben Thema wie aufrecht, nur leiser, mehr nach innen gewandt oder gerade etwas ins Stocken geraten.

Ein Beispiel: Aufrecht spricht eine Karte vielleicht von Schwung. Umgekehrt kann sie heißen, dass dieser Schwung noch auf sich warten lässt. Sie lädt also eher dazu ein, genauer hinzusehen.

Manche legen ganz ohne Umkehrungen und lesen jede Karte aufrecht; beides gehört zur Tradition. In der App kann jede Karte aufrecht oder umgekehrt fallen, beides etwa gleich oft. Auch Karten mit ernstem Namen liest man in der Tradition als Bilder für Wandel, Umbruch oder Bindung, nicht als Drohung.

Wie legt man Tarot? Das Ritual Schritt für Schritt

Für eine Legung brauchst du nicht viel: ein Deck, einen ruhigen Platz und ein paar Minuten Zeit. So läuft sie in der Tradition ab, ob mit Karten auf dem Tisch oder auf dem Handy.

  1. Zur Ruhe kommen

    Such dir einen Moment, in dem dich niemand stört. Leg beiseite, was dich gerade beschäftigt, und atme ein paar Mal langsam ein und aus.

  2. Die Frage finden

    Überlege, was du wirklich wissen möchtest, und formuliere es offen, etwa mit „Was“, „Wie“ oder „Worauf“. Eine offene Frage lässt dir beim Lesen mehr Raum als ein bloßes Ja oder Nein.

  3. Die Frage festhalten

    Du kannst sie aufschreiben, leise aussprechen oder einfach im Kopf behalten. Im Türkischen sagt man dazu niyet tutmak: eine Absicht fassen und sie im Herzen tragen.

  4. Mischen

    Misch die Karten, solange es sich für dich stimmig anfühlt, und denk dabei an deine Frage. Manche schieben die Karten von Hand zu Hand, andere lassen zwei Hälften ineinander rieseln.

  5. Abheben

    Leg den Stapel verdeckt vor dich, teile ihn einmal und leg die untere Hälfte nach oben. In der Tradition hebt man oft mit der linken Hand ab, weil sie als Hand des Herzens gilt.

  6. Karten ziehen

    Breite die Karten verdeckt zu einem Fächer aus und zieh so viele, wie die Legung verlangt. Grüble nicht lange, sondern greif zu der Karte, an der dein Blick hängen bleibt.

  7. Auslegen

    Leg die gezogenen Karten verdeckt an ihre Plätze, in der Reihenfolge der Legung. Jeder Platz hat eine eigene Bedeutung, zum Beispiel Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

  8. Aufdecken

    Dreh eine Karte nach der anderen seitlich um, damit oben und unten erhalten bleiben. Schau dir zuerst das Bild an: Was fällt dir auf, welches Gefühl taucht auf?

  9. Lesen und nachklingen lassen

    Lies erst jede Karte für sich, dann alle zusammen wie eine kleine Geschichte. Notier dir, was dich berührt hat, und schau nach ein paar Tagen, wie du heute darüber denkst.

In der App wischst du zum Mischen über den Stapel, wählst die Karten mit einem Tippen aus dem Fächer und deckst sie eine nach der anderen auf. Deine Gesten beim Mischen fließen dabei in den Zufall ein.

Welche Fragen eignen sich für Tarot?

Eine gute Frage für Tarot ist offen, betrifft dich selbst und lässt Raum zum Nachdenken. Weniger gut passen Fragen, die nur ein Ja oder Nein über andere Menschen wollen oder nach einem genauen Zeitpunkt fragen. In der Tradition zeigen die Karten Stimmungen und Möglichkeiten, keine Termine und keine Gedanken anderer.

Oft lässt sich eine weniger gute Frage umbauen. Aus „Ruft Sarah mich bis Freitag an?“ wird zum Beispiel „Wie kann ich den Kontakt zu Sarah pflegen?“. So bleibt die Frage bei dem, was du selbst tun kannst.

Gute Fragen

  • Was hilft mir, in meinem neuen Team anzukommen?
  • Wie kann ich die Stimmung zwischen meiner Schwester und mir entspannen?
  • Worauf darf ich in dieser Woche achten?
  • Was brauche ich, um wieder Freude an meinem Hobby zu finden?

Weniger gute Fragen

  • Liebt mich Jonas heimlich?
  • Wann lerne ich endlich jemanden kennen?
  • Ruft Sarah mich bis Freitag an?
  • Was denkt meine Nachbarin wirklich über mich?

Bräuche beim Tarotlegen: Was erzählt die Tradition?

Rund ums Tarot haben sich viele kleine Bräuche gebildet; sie gehören zur Freude am Ritual.

In der Tradition heißt es, man solle die Karten in ein Tuch aus Seide oder Leinen schlagen und an einem ruhigen Ort aufbewahren. Manche breiten beim Legen ein eigenes Tuch auf dem Tisch aus, zünden eine Kerze an oder legen einen Lieblingsstein daneben.

Man sagt auch, das erste Deck solle ein Geschenk sein. Wer ein neues Deck bekommt, legt es nach altem Brauch eine Nacht unter das Kopfkissen oder schaut sich jede Karte einmal in Ruhe an, um sie kennenzulernen.

Viele lassen andere ihre Karten nicht mischen. Und nach einer Legung mischt man den Stapel gründlich durch, damit er für die nächste Frage wieder offen ist, so erzählt es die Tradition.

Ob dir solche Bräuche gefallen, entscheidest du selbst. Wichtiger als jedes Tuch ist ein ruhiger Moment für dich.

Welche Tarot-Legungen gibt es in Tarot Cup?

Eine Legung bestimmt, wie viele Karten du ziehst und wofür jeder Platz steht. Tarot Cup hat vier Legungen, von einer einzelnen Karte bis zu fünf Karten. Das Auslegebild zeigt, wo welche Karte liegt.

In der App gibt es die Tageskarte und die Ja-oder-Nein-Karte jeden Tag, die drei Karten alle drei Tage und die Liebeslegung einmal pro Woche. Eine neue Legung wird jeweils um Mitternacht möglich. Der ruhige Rhythmus ist Absicht: So bleibt Zeit, über eine Legung nachzudenken.

Tageskarte

Eine Karte als Begleiter für den Tag, ganz ohne Frage. Du deckst sie mit einem Tippen auf, und sie bleibt bis Mitternacht dieselbe. Die Karte von gestern kommt am nächsten Tag nicht gleich wieder.

Ja oder Nein

Eine Karte zu einer Frage, die du still für dich hältst. Die Antwort ist eine Neigung, kein Urteil: eher ja, eher nein oder noch offen.

Drei Karten

Drei Karten nebeneinander, in der Tradition von links nach rechts gelesen. Sie zeigen, wie eine Sache gewachsen ist und wohin sie sich neigen kann.

  1. Vergangenheit: Was hinter dir liegt und die Lage bis heute geprägt hat.
  2. Gegenwart: Wo du gerade stehst und was im Moment am meisten Gewicht hat.
  3. Zukunft: Wohin sich die Dinge neigen können, wenn sie so weiterlaufen: ein möglicher Weg, kein festes Schicksal.

Liebe

Fünf Karten rund um Gefühle, Nähe und Beziehungen. Du kannst an eine bestimmte Beziehung denken oder einfach daran, wie es deinem Herzen geht. Die Plätze schauen vor allem auf dich und auf das, was du selbst beitragen kannst.

  1. Dein Herz jetzt: Wie es dir in Herzensdingen gerade geht, mit allem, was dazugehört.
  2. Was dein Herz braucht: Was dir guttun würde, damit du dich gehalten und gesehen fühlst.
  3. Nähe und Begegnung: Wie du anderen nahekommst und was zwischen euch hin und her geht.
  4. Ein Rat für dein Herz: Ein Gedanke oder eine Haltung, die du in deine Beziehungen mitnehmen kannst.
  5. Was wachsen kann: Was sich behutsam entwickeln kann, wenn du ihm Zeit und Raum gibst.

Was bedeuten bekannte Tarotkarten?

Hier sind acht Karten aus dem Deck: vier große Arkana und je eine Karte aus den vier Farben, mit ihrer Bedeutung in der Tradition, aufrecht und umgekehrt. Jede Karte hat viele Schichten; die kurze Bedeutung ist ein Anfang, kein fertiges Urteil.

  • Der Narr

    Der Narr

    Aufrecht: Ein Neubeginn mit leichtem Gepäck, getragen von Neugier und der Lust, etwas noch nie Versuchtes zu wagen.

    Umgekehrt: Ein Anfang, der noch zögert, oder ein Schwung, dem es gerade an Umsicht fehlt.

  • Der Magier

    Der Magier

    Aufrecht: Alles Nötige liegt bereit: Können, Werkzeuge und ein klarer Wille, um eine Idee in die Tat umzusetzen.

    Umgekehrt: Fähigkeiten sind vorhanden, doch die Kraft verteilt sich gerade auf zu vieles oder das Ziel ist noch unscharf.

  • Die Hohepriesterin

    Die Hohepriesterin

    Aufrecht: Stilles Wissen und feines Gespür: Manches erschließt sich nicht durch Handeln, sondern durch Lauschen und Abwarten.

    Umgekehrt: Das eigene Gespür ist gerade von Lärm überdeckt, oder Wissen bleibt an der Oberfläche, wo mehr Tiefe möglich wäre.

  • Der Eremit

    Der Eremit

    Aufrecht: Eine Zeit der Einkehr, in der du mit deinem eigenen Licht Antworten findest, die im Lärm verborgen bleiben.

    Umgekehrt: Rückzug und Austausch sind gerade nicht im Gleichgewicht; entweder fehlt dir Stille, oder der Abstand ist zu groß geworden.

  • Acht der Stäbe

    Acht der Stäbe

    Aufrecht: Dinge kommen in Schwung, und mit klarem Blick kannst du die Bewegung nutzen, die gerade entsteht.

    Umgekehrt: Etwas stockt oder läuft zu hastig, und es lohnt sich, die Richtung zu prüfen, bevor du weiter Fahrt aufnimmst.

  • Ass der Kelche

    Ass der Kelche

    Aufrecht: Wie aus einem übervollen Becher kann jetzt Zuneigung fließen, zu dir selbst und zu den Menschen um dich.

    Umgekehrt: Zuneigung ist da, doch sie bleibt gerade eher bei dir und möchte zuerst dir selbst gelten.

  • Zwei der Schwerter

    Zwei der Schwerter

    Aufrecht: Mit verbundenen Augen hält die Gestalt zwei Schwerter in der Schwebe: ein stilles Innehalten, in dem zwei Seiten gleich schwer wiegen.

    Umgekehrt: Zu viele Meinungen und Eindrücke drängen heran, und es braucht Abstand, um die eigene Sicht wiederzufinden.

  • Drei der Münzen

    Drei der Münzen

    Aufrecht: Gemeinsam entsteht etwas Gutes, wenn alle ihr Können einbringen und die Pläne aufeinander abgestimmt sind.

    Umgekehrt: Die Arbeit kommt nicht recht voran, weil Pläne und Beteiligte nicht im gleichen Takt sind.

Kann man Tarot auch auf dem Handy legen?

Mit Tarot Cup legst du die Karten auf deinem Android-Handy, auf Deutsch oder Türkisch. Du mischst mit dem Finger, wählst aus dem Fächer und deckst eine Karte nach der anderen auf. Unter jeder Karte stehen dabei zwei Stichworte, am Ende folgt eine Deutung der ganzen Legung.

Deine Frage bleibt bei dir: Die App fragt nicht danach und speichert sie nicht. Deine Legungen landen im Verlauf auf deinem Handy, und du kannst dir eine eigene Notiz dazu schreiben.

Wie die App Schritt für Schritt funktioniert, steht unter So geht’s.